Futures Thinking-Workshop „Circular Society“ im Futurium Berlin

Am 12.9.2018 durften wir VertreterInnen aus Wirtschaft, Forschung, Kultur und Zivilgesellschaft herzlich im Futurium Lab willkommen heißen. Zukünfte nachhaltigen Lebens sollten gemeinsam erdacht, erfahren und gestaltet werden. Das Workshop-Format konnte als Kooperationsprojekt zwischen der TU-Berlin, dem Fraunhofer IZM sowie dem Futurium Berlin erstmalig realisiert werden.

Im Mittelpunkt der Workshops standen zum einen „FUTURES THINKING“ als methodologischer Ansatz und zum anderen „Wertschöpfung in der Circular Society“ als thematischer Schwerpunkt.

FUTURES THINKING beschreibt einen innovativen Ansatz der bildungswissenschaftlichen Zukunftsforschung. Er wurde im Rahmen einen Industriepromotion durch Dr. Bita Daryan unter Betreuung von Prof. Gerhard der Haan (Institut Futur, FU Berlin) sowie Prof. Dr. Martina Schraudner (Fraunhofer Cerri) entwickelt. FUTURES THINKING betrachtet Zukunft als offen und gestaltbar und damit als Möglichkeitsraum wünschenswerter Veränderungsprozesse. Der Ansatz zielt darauf ab, fallspezifisch zukunftsrelevantes Wissen zu generieren und neue Gestaltungskompetenz zu gewinnen. In der Praxis bedient sich FUTURES THINKING insbesondere partizipative Formate sowie co-kreativer Methoden.

Das Konzept der Circular Society ist sowohl als eine Kritik als auch als eine Ergänzung des – insbesondere auf EU-Ebene – vielfach gefordert und geförderten Leitbildes der Kreislaufökonomie zu verstehen. Es hebt hervor, dass die Circular Economy Nachhaltigkeit lediglich aus einer ökolgisch-ökonomischen Perspektive betrachtet und soziale Aspekte von Nachhaltigkeit systematisch ignoriert. Dem gegenüber betont das Konzept der Circular Society die Notwendigkeit einer stärkeren Berücksichtigung sozialer Nachhaltigkeitsaspekte. Das Ansatz der Kreislaufökonomie muss vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Bedürfnisse und Wünsche gedacht und diskutiert werden.

Das Ziel Veranstaltung bestand darin, die grundlegenden Prinzipien von FUTURES THINKING kennenzulernen, den Ansatz am Beispiel der Circular Society in der Anwendung zu erproben und dabei gemeinschaftlich an Visionen einer nachhaltigen Globalgesellschaft zu arbeiten.

Nach einführenden Beiträgen wurde im Tagesverlauf in Kleingruppen an drei zentralen „Stellschrauben der Circular Society“ gearbeitet: Wertschöpfungsmodelle, Teilhabe an der Wertschöpfung; und Produktdesign.

Am ersten Thementisch ‚Wertschöpfungsmodelle“ gingen die Teilnehmenden der Frage nach, wie Unternehmen einen proaktiven Beitrag zur Realisierung der Circular Society leisten können.

In Gruppe zwei, ‚Teilhabe an der Wertschöpfung‘ stand die Frage in Raum, wie gesellschaftliche Teilhabe und Partizipation an Prozessen der zirkulären Wert(neu)schöpfung ermöglicht werden kann.

Die Teilnehmenden am Thementisch 3 ‚Produktdesign‘ eruierten, wie Produkte (glokal) neu gestaltet werden können, damit sie möglichst lange ihren Wert erhalten können.

Durch die direkte Anwendung von FUTURES THINKING wurden Möglichkeiten und Grenzen des Ansatzes in der Praxis exemplarisch erfahrbar gemacht. Die Arbeit in den Kleingruppen brachte kreative und anregende Lösungsansätze zu Vorschein. Entwickelte Prototypen können als erste gemeinsame Schritte auf dem Weg zur Circular Society betrachtet werden.

Wir freuen uns darauf, in Zukunft weitere Schritte dieser Art in Koooperation zu beschreiten.