Kreislauforientierte Wirtschafts- und Designlogiken

Die gegenwärtig dominanten Produktions- und Nutzungsformen von Sachgütern gehen mit erheblichem Flächen-, Material- und Energieverbrauch sowie Emissionen einher. Die sogenannte Linearwirtschaft oder das „take-make-dispose System“1 ist durch den ineffizienten Einsatz natürlicher Ressourcen entlang der Produktlebensphasen geprägt. Aufgrund zunehmender Ressourcenverknappung und die bereits partielle Überschreitung planetarischer Grenzen2 erhält das Thema Ressourceneffizienz eine immer größere Bedeutung und kreislaufwirtschaftliche Geschäftsmodelle rücken in Diskussionen über zukünftige Wirtschaftssysteme in den Fokus.

Die Transformation der linearen Wertschöpfungsketten in ein System, in dem Produkte, Produktkomponenten und Materialien zyklisch genutzt werden, erfordert jedoch eine fundamentale Neuausrichtung der gegenwärtigen Produktions- und Konsumpraxis. Insbesondere an den unternehmerischen Wertschöpfungsmechanismen müssen substanzielle Veränderungen vorgenommen werden.

Im Forschungsfeld „Kreislauforientierte Wirtschafts- und Designlogiken“ soll die Transformation von linear- hin zu kreislaufwirtschaftlichen Geschäftsmodellen untersucht werden, die einerseits einen proaktiven Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung leisten und andererseits den langfristigen Erhalt des Unternehmens sichern sollen. Darüber hinaus wird die Verwobenheit zwischen kreislauforientiertem Produktdesign (z.B. Design for Repairability, Design for Reliability, Design for Upgradability, Design for Modularity) und Geschäftsmodelldesign umfassend erforscht.

Zentrale Fragestellungen:

Welche Abhängigkeiten bestehen zwischen kreislaufwirtschaftlichen Geschäftsmodellen und langlebigem Produktdesign? Wie können die unterschiedlichen Stakeholdergruppen sowie die Akteure des Wertschöpfungsnetzwerks in die Geschäftsmodell- und Produktentwicklung eingebunden werden? Welche unterstützenden kooperativen Ansätze existieren hierfür? Wie gestaltet sich der kreislaufwirtschaftliche Transformationsprozess von linearorientierten Geschäftsmodellen? Wie kann dieser Geschäftsmodellrestrukturierungsprozess in ein ganzheitliches Framework für Transformationsmanagement eingebettet werden?

 

Ansprechpartner: Max Marwede und Florian Hofmann

Relevante Veröffentlichungen in diesem Schwerpunkt:

HOFMANN, F. (2017): Das Gestalten von nachhaltigkeitsorientierten Geschäftsmodellen im kreislaufwirtschaftlichen Kontext. Leupahan Universität Lüneburg/ Fraunhofer-
Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM: Master-Arbeit. Lüneburg.

1 Ellen MacArthur Foundation(2015): Growth within: A Circular Economy vision for a competitive Europe. Cowes. https://www.mckinsey.de/files/growth_within_report_circular_economy_in_europe.pdf

2 Rockström, J./ Steffen, W.L./ Noone, K./ Persson, A./ Chapin III, F.S./ Lambin, E./ Lenton, T.M./ Scheffer, M./ Folke, C./ Schellnhuber, H.J./ Nykvist, B./ de Wit, C./ Hughes, T./ van der Leeuw, S./ Rodhe, H./ Sörlin, S./ Snyder, P. K./ Costanza, R./ Svedin, U./ Falkenmark, M./ Karlber, L./ Corell, R. W./ Fabry, V. J./ Hansen, J./ Walker, B./ Liverman, D./ Richardson, K./ Crutzen, P./ Foley, J. (2009): Planetary boundaries: exploring the safe operating space for humanity. In: Ecology and Society 14, 2, 32, 1-33.