OHA auf der PLATE 2017 in Delft

Vom 8.-10. November hat die zweite Konferenz „Product Lifetimes and The Environment“, kurz PLATE an der TU Delft stattgefunden. Die Nachwuchsgruppe OHA war hier unter anderem mit mehreren Vorträgen stark vertreten.

In den Conference-Proceedings finden sich folgende Publikationen zur OHA-Forschung:

Florian Hofmann, Max Marwede, Nils Nissen und Klaus-Dieter Lang: Circular added value: business model design in the circular economy.

Melanie Jaeger-Erben und Marina Proske: What’s hot what’s not: the social construction of product obsolescence and its relevance for strategies to increase functionality

Außerdem wurde anlässlich des parallel stattfindenden „Disruptive Innovation Festival“ der Ellen McArthur-Foundation die Interview-Session Ever faster – ever shorter? Is planned obsolescence real?  aufgenommen, mit Beteiligung von OHA-Mitglied Melanie Jaeger-Erben (ab Minute 11:07).

 

Wir freuen uns sehr, dass die PLATE 2019 in Berlin stattfinden wird, ausgerichtet durch das Fraunhofer IZM in Kooperation mit der TU Berlin und mit tatkräftiger Unterstützung von OHA!

 

 

 

 

Vortrag von Tamina Hipp am 21.11.2017 im TU-Kolloquium Technik- und Innovationsforschung

Tamina Hipp (ZTG) hält am  21. November 2017, 16 ‐ 18 Uhr, im Forschungskolloquium Technik- und Innovationsforschung der TU Berlin einen Vortrag unter dem Titel  „Born to die? Soziale Praktiken im Umgang mit Elektronikprodukten“.

Der Nutzungsdauer von elektronischen Geräten kommt eine entscheidende Rolle zu, wenn die Ressourceneffizienz gesteigert werden soll. Dennoch werden elektronische Geräte häufig kürzer genutzt als dies technisch möglich ist. Die Referentin stellt ihr Promotionsvorhaben vor, indem sie unter Anwendung einer praxistheoretischen Perspektive untersucht, wie es zu kurzen und langen Nutzungsdauern kommt und wie Langlebigkeit gefördert werden kann. Erste empirische Ergebnisse werden präsentiert und diskutiert.

Ort: FH 919, Fraunhoferstr. 33‐36, 10587 Berlin

Neue Publikationen

Neue Publikationen von Mitgliedern der Nachwuchsgruppe

Melanie Jaeger-Erben
Geplanter oder hervorgebrachter Verschleiß? Das Potential (umwelt)soziologischer Praxistheorien zum Verstehen von Obsoleszenz bei Konsumgütern. Verhandlungen des 38. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Band 38 (2017)
In der aktuellen Ausgabe der GAIA 3/2017:
Melanie Jaeger-Erben, René John, Jana Rückert-John
Soziale Innovation: Verheißung oder Verführung? GAIA 26/3 (2017): 245 – 248

Inhaltsverzeichnis der GAIA-Ausgabe

 

 

Letzter Schrei oder langer Atem? Erste Ergebnisse einer repräsentativen Online-Befragung zur Produkthaltbarkeit

Haltbarkeit bedeutender als Innovationen

Das Gros der Bevölkerung wünscht sich Beständigkeit, lange Haltbarkeit und Robustheit bei elektronischen Geräten – anstatt ständig neue Modelle und Funktionen. Dies ergab unsere aktuelle repräsentative Onlinebefragung von 2.000 Personen zwischen 14 und 66 Jahren, durchgeführt im Juli und August 2017 . Im Rahmen der Studie untersuchten wir Erwartungen und Erfahrungen mit Nutzungs- und Lebensdauern bei Elektronikprodukten und fokussierten dabei insbesondere Smartphones und Waschmaschinen.

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Neue Veröffentlichung im Jahrbuch Nachhaltige Ökonomie 5.2016/2017

Neue Veröffentlichung

Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit. Ursachen und Alternativen für Kurzlebigkeit in der „Wegwerfgesellschaft“, im Jahrbuch Nachhaltige Ökonomie, 5.2016/2017

Abstract

Obsoleszenz, verstanden als eine „menschengemachte“, gesellschaftlich verursachte Verkürzung der Nutzungs- und Lebensdauer von Konsumgegenständen – gehört zu den zentralen Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung. Insbesondere im Bereich der Elektronikgeräte stehen die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Gewinnung von Rohstoffen, der Produktion und Nutzung von Konsumgütern sowie ihrer Entsorgung den Prinzipien einer nachhaltigen Ökonomie diametral entgegen. Der folgende Beitrag setzt an der These an, dass anthropogene Obsoleszenz durch das Zusammenwirken verschiedener gesellschaftlicher Felder und Akteure und ihrer sozialen Praktiken im Umgang mit Ressourcen und Produkten verursacht wird und als sozio-technisches Phänomen begriffen werden muss. Die Ressourcenwende sollte daher von einem soziokulturellen Wandel flankiert werden, in dem ressourcenschonende Produktionsweisen, nachhaltiges Design, öko-innovative Geschäftsmodelle und nachhaltige Konsumpraktiken gesellschaftlich an Relevanz gewinnen. Aufgabe der Wissenschaft ist dabei, das sozio-technische Phänomen der anthropogenen Obsoleszenz in seiner Komplexität interdisziplinär zu untersuchen und in transdisziplinären Zusammenhängen Strategien für ihre Überwindung zu erarbeiten.

  • Jaeger-Erben, Melanie; Winzer, Janis; Marwede, Max; Proske, Marina (2016): Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit. Ursachen und Alternativen für Kurzlebigkeit in der „Wegwerfgesellschaft“ in  Rogall, Holger; Binswanger, Hans-Christoph; Ekardt, Felix; Grothe, Anja; Hasenclever, Wolf-Dieter; Hauchler, Ingomar et al. (Eds.) (2016): Im Brennpunkt Ressourcenwende – Transformation zu einer ressourcenleichten Gesellschaft. Metropolis-Verlag für Ökonomie Gesellschaft und Politik GmbH. [1. Auflage]. Marburg: Metropolis Verlag (Jahrbuch Nachhaltige Ökonomie, 5.2016/2017). Seite 91-122. http://www.metropolis-verlag.de/Jahrbuch-Nachhaltige-Oekonomie-20162017/1232/book.do

Vortrag auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

Vortrag von Melanie Jaeger-Erben: (Anthropogene) Obsoleszenz als Herausforderung für nachhaltigen Konsum – Das Potential umweltsoziologischer Praxistheorien zur Exploration von Ursachen und Alternativen

Sektion Umweltsoziologie: Neue Trends in der Umweltsoziologie
Zeit: 28.09.2016: 14:15-17:00
(Umwelt)soziologische Praxistheorien können bei der Untersuchung anthropogener Obsoleszenz einen bedeutenden Beitrag leisten. Im Fokus des Vortrags stand, wie verschiedene Formen von Obsoleszenz (wie werkstofflich, funktional, symbolisch, praktisch, ökonomisch) und ihre gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen mit Hilfe eines praxistheoretischen Zugangs differenziert betrachtet und analysiert werden können. Davon ausgehend soll das Gerüst einer umweltsoziologisch fundierten „Theorie der Obsoleszenz“ entwickelt werden, die auch Möglichkeiten zur Überwindung des Phänomens bzw. zur Verlängerung von Nutzungsdauern bei Elektronikprodukten aufzeigt. Vorgestellt werden dabei konzeptionelle Grundlagen, Forschungsinhalte und Ziele einer im Juli 2016 gestarteten interdisziplinären Nachwuchsforschergruppe.

Vortrag im Kongress-Programm

 

Die BMBF- Nachwuchsforschungsgruppe „Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit“ startet

„Heute gekauft, morgen entsorgt“ – dieses Motto scheint für den Konsum von vielen Elektronikprodukten des 21. Jahrhunderts zu gelten. Bei einer steigenden Anzahl von Elektrogeräten pro Haushalt sinken die Nutzungsdauern und Lebensdauern dieser Produkte kontinuierlich, mit fatalen Auswirkungen auf die Umwelt. Allein in Deutschland fallen jährlich etwa 1,9 Mio. t Elektroschrott an, Tendenz steigend. Sind die großen Elektronikkonzerne hierfür verantwortlich, die ihre Gewinne dadurch steigern können, dass sie die Nachfrage durch bewusst geplant kurze Lebensdauern ankurbeln? Oder sind es zu schnelle Technologiewechsel und Innovationsdruck auf dem Elektronikmarkt? Oder sind die Konsumentenwünsche und die sich immer schneller wandelnden Konsumtrends und Moden die Ursache dafür, dass Produkte immer kürzer genutzt und früher entsorgt werden? Welche Stellschrauben ermöglichen sinnvolle Interventionen und können damit einen Beitrag für eine nachhaltigere Gesellschaft leisten?

Diesen und weiteren Fragen widmet sich die im Juli 2016 gestartete Nachwuchsforschungsgruppe „Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit – Ursachen und Alternativen“. Das Ziel ist, die Gründe für obsolet werdende Elektronikprodukte und verkürzte Nutzungsdauern zu erforschen und Strategien für einen nachhaltigeren Produktkonsum auf technischer, sozialer, gesellschaftspolitischer und ökonomischer Ebene zu entwickeln und zu bewerten.

Die Nachwuchsforschungsgruppe ist ein Verbundprojekt zwischen dem Zentrum Technik und Gesellschaft und dem Forschungsschwerpunkt Technologien der Mikroperipherik (beide TU Berlin) sowie dem Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration. Sie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Themenschwerpunkt der Sozial-ökologischen Forschung von 2016 bis 2021 gefördert.