„Reparieren satt Wegwerfen“

Jeder Deutsche wirft im Schnitt knapp 20 kg Elektroschrott weg – und das pro Jahr. Aber ist das im Angesicht weltweit wachsender Müllberge aus Plastik- und Elektro-Schrott, in Zeiten schwindender Ressourcen noch zeitgemäß?

Marko Rösseler begleitet für seine WDR-Dokumentation „Reparieren statt Wegwerfen“ Herrn Jung eine Weile bei seiner Arbeit. Vor 37 Jahren hat sich Heinrich Jung mit seiner Reparaturwerkstatt „Blitzblume“ für defekte Elektrogeräte selbständig gemacht. Blitz wegen seines Elektroberufes und die Blume für die Ökologie. In vielen Dingen, die uns umgeben, sei eine Sollbruchstelle eingebaut, behauptet der Elektro-Meister: Herde, Toaster, Waschmaschinen, Smartphones etc. würden von der Industrie absichtlich nicht für die Ewigkeit konstruiert sein.

Längst gibt es Menschen, die eine neue „Kultur der Reparatur“ fordern. Die WDR-Story stellt sie vor: Frank Bräuer, Gründer der Firma „Akkutauschen“, Wolfgang Heckel, Generaldirektor des Deutschen Museums und leidenschaftlicher Reparateur oder Bas von Abel, Fairphone Gründer, wünschen sich alle Änderungen im Bereich Langlebigkeit von Elektrogeräten und deren Reparatur.

„Wir müssen weg von einer Wegwerfgesellschaft und Hin zu einer Reparaturgesellschaft“ meint Janis Winzer, Mitarbeiter des Fraunhofer Instituts für Zuverlässigkeit und Mikroelektronik. In einer vom BMBF geförderten inter- und transdisziplinären Forschungsgruppe, die von Melanie Jaeger-Erben und Janis Winzer geleitet wird, wurde der Datensatz von Herrn Jung und seinem Unternehmen ausgewertet. Das Ergebnis: Geräte halten im Schnitt acht Jahre. Mit zwei Reparaturen kann die Lebensdauer allerdings auf 15 Jahre erhöht werden. Das Problem: Reparieren muss sich lohnen. Heinrich Jung ist der Meinung: „Das Reparieren ist eine Frage, die von den Werten einer Gesellschaft abhängt.“

In der Dokumentation werden verschiedene Ansichten zu der Thematik Reparatur beleuchtet, Probleme erläutert und Lösungen vorgeschlagen. Der Bericht erschien am 18.11.2020 im WDR und kann hier nachgeschaut werden.

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